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Reichelsheimer Märchen- und Sagentage

vom 27. bis 29. Oktober 2017
Motto: Tischlein deck Dich

Copyright © 2017
 Ch. und K. Frank,
christa@frank-laudenau.de,

Letzte Aktualisierung:
16.09.2017

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Ellen Schmid, Mitglied des Organisationsteams
L I T E R A T U R P R O G R A M M
der Märchentage 2017

Christiane WillmsIm Bemühen den Zuhörern neben bekannten und beliebten auch immer wieder neue Märchenerzähler und -erzählerinnen vorzustellen leitet in diesem Jahr Christiane Willms aus Köln den Reigen der Künstler in der Langen Nacht der Märchen ein. Sie ist professionelle Erzählerin, ausgezeichnet mit dem Märchenerzählerpreis in Silber und hat langjährige Bühnenerfahrung. Auch bei der Europäischen Märchengesellschaft hat sie schon mitgearbeitet ebenso wie in verschiedenen Tonstudios, beispielsweise bei der Herstellung der DVD vom Hasen Felix nach den Büchern von Annette Langen.
Sie will ihre Zuhörer mitnehmen auf eine verborgene Reise ins Innere und wird an diesem Abend gleich zweimal auftreten. Am Anfang heißt ihr Thema „Granatapfel, Mohn und Zaubertee“, was vom Titel her auf eigene Reisen in ferne Länder hindeutet.
Zum Abschluss des Abends erzählt sie Märchen „Von Gaumenlust und anderen Lüsten“, was sicherlich noch einmal ein mitreißender Höhepunkt sein wird.
Zwischen ihren Vorträgen treten zwei Künstler auf, die durch besondere Schwerpunkte und die mitreißende Art ihrer Auftritte ihr Publikum in Reichelsheim begeistern werden.

Achim AmmeZunächst hören wir auf Achim Amme, der 2013 mit Märchenparodien aufgetreten ist. Achim Amme hat nach Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie ein Studium für Schauspiel an der berühmten Max-Reinhardt-Schule absolviert. Nach Engagement an verschiedenen Theatern ist er seit 1978 als freier Autor von Lyrik, Satiren und anderen Beiträgen in den Medien tätig, so auch mit Liedern und Texten in Live-Programmen und bei Film und Fernsehen. Auf seine Parodien unter dem Titel „Rotkäppchen 2.0“ und die Art seiner Darstellung kann man sich freuen.

Claudia KönigNach einer kurzen Pause gibt es eine Programmänderung. Die vorgesehene Erzählerin Odile Neri – Kaiser hat aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.
An ihrer Stelle konnte kurzfristig die Schauspielerin und Märchenerzählerin Claudia König aus Frankfurt engagiert werden. „Zwischen Eisschollen und Wundertüten“ heißt ihr Programm und da sind wohl auch ihre Geschichten angesiedelt. Die heilsame Wirkung von Märchen auf die Entwicklung und die Balance zwischen Körper und Seele sind ihr wichtig.

Prof.Dr. Jörg UtherDer Samstag steht ganz im Zeichen des diesjährigen Mottos und des Preisträgers Prof. Dr. Hans-Jörg Uther. Er beginnt die Vortragsreihe mit dem Thema „Und alle Tage Gesottenes und Gebratenes – europäische Märchen vom Essen und Trinken“. Die Bedeutung von Essen und Trinken im Kontext mit der kulturellen Bedeutung ist neben seinen großen Verdiensten zur Forschung ein aktueller Grund ihm 2017 mit der Verleihung des Wildweibchenpreises besondere Anerkennung zu erweisen.
Sein Thema rund ums Essen zeigt Sehnsüchte wie nach dem Schlaraffenland, die ihnen zugrunde liegenden Werte, Normen, Weltanschauungen und die sozialen Probleme der Menschen. Seine Tätigkeitsfelder sind so vielfältig wie seine Veröffentlichungen. Schwerpunkte sind die Erzähl- und Sprachforschung und die Bedeutung der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm für die Sprachentwicklung und die Volkskunde.
Er war Mitherausgeber der bedeutenden Ausgabe der „Märchen der Weltliteratur“ im Verlag Eugen Diederichs, die leider nicht mehr lieferbar ist und hat zwei weitere Ausgaben der Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht, ebenso Abhandlungen über deren Wirkung und Interpretation.
Er ist Mitherausgeber der einzigartigen „Enzyklopädie des Märchens“, eines Nachschlagewerkes, das 2014 mit dem 14. Band abgeschlossen wurde. 138 der knapp 4000 Artikel stammen aus seiner Feder, dabei begann seine Arbeit dort als studentische Aushilfskraft. Motive, Überschneidungen und Unterschiede in verschiedenen Kulturen haben ihn besonders interessiert. Auf diesem Blick basieren auch seine Betrachtungen über Märchenillustrationen von verschiedenen Malern aus unterschiedlichen Entstehungszeiten und sein „Deutscher Märchenkatalog“, ein Typenverzeichnis, in dem er Märchen aus dem deutschsprachigen Raum aus unterschiedlichen Quellen vom Mittelalter bis ins 20.Jahrhundert dokumentiert. Damit gibt er der vergleichenden Märchen- und Motivforschung ein wichtiges Arbeitsmittel an die Hand.
Prof. Uther ist Träger des Europäischen Märchenpreises der Märchenstiftung Walter Kahn und des Brüder-Grimm-Preises der Philipps-Universität Marburg.

Der zweite Vortrag heißt „Von A wie Apfelvergiftung bis Z wie Zaubertisch“. Er sollte von Susanne Völker gehalten werden. Sie war Leiterin der Grimmwelt Kassel, ist jetzt aber für die Dokumenta zuständig. Ihren Vortrag hat Frau Dr. Sabine Schimma übernommen. Sie kommt ebenfalls von der Grimmwelt Kassel.
Dieses Museum besitzt Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen, die zum Weltdokumentenerbe zählen und viele einzigartige Dokumente die für die Sprach- und Erzählforschung von großer Bedeutung sind.
Die Formulierung des Titels ähnelt dem einer Lesung von Günter Grass im Hörfunk zu seinem Buch „Grimms Wörter“, bei der er natürlich an das „Deutsche Wörterbuch“ dachte. Er nannte die Lesung „Von A wie Anfang wie Z wie Zettelkram“.

Prof. Hans-Jörg UtherSchließlich stellt Prof. Uther sich selber und seine vielfältigen Arbeiten vor, bevor ihm dann bei einem Festabend der Wildweibchenpreis 2017 verliehen wird.
Außerdem bietet er im Anschluss daran einen Workshop an mit dem aktuellen Thema „Luther und die Brüder Grimm“.

Mariele SylwasschyDer Sonntag, wie immer als Familiensonntag geplant, beginnt mit der Märchenfachfrau Mariele Sylwasschy aus der Brüder-Grimm-Stadt Steinau an der Straße, wo sie Märchenführungen macht, Märchen erzählt und auch im dortigen Geschichtsverein aktiv ist. Außerdem gehört sie dem Märchenkreis Bad Orb an. In Reichelsheim ist sie durch mehrere Auftritte bekannt, nicht zuletzt durch die letzte Sponsorenveranstaltung. Ihr Repertoire ist groß, sie erzählt, oft auch spontan, ernsthafte Märchen und auch lustige schwankartige Geschichten. Ihr Thema in diesem Jahr heißt „Deftiges und Schmackhaftes aus dem Märchentopf“.

Carola Graf, HimmelstadtIhr folgt Wildweibchenpreisträgerin Karola Graf, dieses Mal nicht mit dem Märchenkoffer, sondern mit dem Brotkorb, der auch wieder Geheimnisvolles und Witziges für Kinder und Erwachsene, vorgetragen in gewohnt kunstvoller Weise, enthalten dürfte. So heißt der Vortrag gemäß unserem Motto „Das süßeste Brot der Welt – und andere Märchen aus dem Brotkorb“.

Michaele Scherenberg, Bad HomburgMichaele Scherenberg, vielen Fernsehzuschauern bekannt durch die Sendung „Hessen à la carte“ und andere TV-Moderationen, hat einen neuen Schwerpunkt gefunden, nämlich das Erzählen von Märchen, begleitet von Klangschalen. In ihrem Wohlfühlhaus in Bad Homburg finden viele ihrer Veranstaltungen statt, aber sie tritt auch an anderen Orten auf, wie jetzt bei den Märchentagen, wo sie „Von Speisen, die glücklich machen“ erzählt. Sie ist vielen Zuhörern durch frühere Aktivitäten und Vorträgen bekannt. Auch sie ist Mitglied der Europäischen Märchengesellschaft.

Carola Graf, Himmelstadt„Götterspeise“ wäre das Thema der Wildweibchenpreisträgerin 2016, Prof. Kristin Wardetzky gewesen, die leider aus familiären Gründen kurzfristig absagen musste. Möglicherweise kann sie ihren Vortrag bei einer späteren Gelegenheit nachholen.
Für sie springt die Wildweibchenpreisträgerin Karola Graf ein mit einem ganz ähnlichen Thema. Sie fragt nämlich „Götterspeise – Verführung? Rot und rund, köstlich und mystisch – der Apfel“. Damit stellt sie auf ihre eigene geheimnisvolle und mitreißende Erzählweise ein regionales Produkt, das in vielen Märchen eine Rolle spielt, in den Mittelpunkt, was den Vortrag noch interessanter macht.

Dieter KühnreichNeu im Programm ist ein langjähriger treuer Besucher der Märchentage. Dieter Kühnreich aus Neuwied macht seit Jahren mit seiner Frau Urlaub während der Märchentage in Reichelsheim. Dieses Jahr wirkt er dabei mit und wird von Musik begleitet. Sein Vortrag hat den Titel „Die Zauberäpfel und Geschichten von anderen wunderlichen Speisen“.

Ayca Basar, MannheimZum Abschluss des diesjährigen literarischen Programms wird noch einmal ein Höhepunkt geboten, der besonders auch Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen wird, aber natürlich auch Erwachsene unterhalten und auch nachdenklich machen wird. Es handelt sich dabei um ein Gastspiel des Hof-Theaters Tromm unter der Leitung von Jürgen Flügge.
Das Stück heißt „Dalilas lange Nacht“ und wurde von einem Münchner Autorenteam geschrieben. Es handelt von einer orientalischen Frau auf der Suche nach dem Land ihrer Träume. Obwohl märchenhaft, ist es doch nahe an unserer aktuellen politischen Lage angesiedelt. Gespielt wird die Geschichte von der jungen Schauspielerin Ayca Basar aus Mannheim.

Neben diesem vielseitigen und anspruchsvollen Programm gibt es wie immer Lesungen, Erzählungen, Theateraufführungen für Kinder, Aktionen von Reichelsheimer Vereinen und Gruppen an unterschiedlichen Orten. Das alles ist aus dem ausführlichen Programm ersichtlich und es wird manchem schwer fallen, sich für eine Veranstaltung entscheiden zu müssen.

Ellen Schmid ist Mitglied im Organisationsteam

Informationen  bei Jochen Rietdorf, Gmd. Reichelsheim, Bismarckstraße 43,
64385 Reichelsheim,
maerchentage@reichelsheim.de,Telefon 06164 / 508-26 

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